Yom, der französische Klarinettist, dessen Klänge zwischen Klezmer und Jazz oszillieren, hat sich für dieses Album den Urknall und die Genesis angehört und angeschaut.
Es begann alles draussen, in der Leere des Weltraums – so etwa klingen die ersten Takte von «Origin». Die weiteren Titel der Instrumental-Kompositionen zeigen, wohin die Reise geht: «Garden of Eden», «The Flood» oder «Lost Paradise». Wobei: in der Reihenfolge hält sich der Klarinettist nicht an den «Bauplan» aus der biblischen Genesis. So kommt die Sintflut noch vor dem «Es werde Licht…».
Yom stellt in einigen Kompositionen auch zum ersten Mal seine neuste Spieltechnik vor. Bei seinem Auftritt in Les Suds, à Arles 2025 erklärte er, dass er an einer Technik feile, die aus dem einstimmigen Instrument, der Klarinette, ein mehrstimmiges Instrument machen soll. Dazu baut er auf seine Zirkularatmung und eine rasante Fingertechnik. Durch pfeilschnelle Arpeggios und rhythmisch präzis gesetzten Basstönen klingt es wie eine entfernte Verwandte der Fingerpicking-Technik auf der Gitarre. Diese Melodien und akustischen Pinselstriche setzt er in weite Hallräume, manchmal verziert mit einigen Studio-Tricks. Aber hört selbst!
Melodien für das Kopfkino, gespielt mit stupender Virtuosität und langem Atem – meisterhaft.
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