Avishai Cohen – Almah

12. Januar 2014  
Gespeichert unter Eingetroffen

Der israelische Bassist Avishai Cohen pflegt auf diesem Album seine Kompositionstechnik. Er ist zwischen neuer Klassik (aber in Harmonie) und rhythmisch-jazzigen Verknüpfungen unterwegs.

Weiterführende Links

Mieko Miyasaki & Guo Gan – Nen Nen Sui Sui

23. Januar 2013  
Gespeichert unter Neu in den Läden

Koto und Erhu, Japan und China – und die gemeinsame Welt ist weniger jene der Volksmelodien, sondern der europäischen Klassik, inkl. der modernen Kompositionen.

Musikvideo: Adobe Flash Player (Version 9 oder höher) wird benötigt um dieses Musikvideo abzuspielen. Die aktuellste Version steht hier zum herunterladen bereit. Außerdem muss JavaScript in Ihrem Browser aktiviert sein.

 Bonbons Chinois Et Bonbons Japonais, Nen Nen Sui Sui, Arabesque No 1

Es ist eine “klassische” Aufnahme, wenn man das Klangbild anschaut. Jedoch nicht im musikhistorischen Sinn, denn die japanische Zither Koto und die zweisaitige chinesische Erhu haben sich selten getroffen. Da gab es zu tiefe Kulturgräben dazwischen. Die beiden Virtuosen, Mieko Miyazaki und Guo Gan, trafen sich vor ein paar Jahren in Paris. Beide hatten ihre Instrumente schon in ganz unterschiedliche Klangwelten getragen: Mieko in das jazzige Umfeld von Ngyuen Lê, Guo in die klassischen Konzertsäle u.a. mit dem Pianisten Lang Lang.

Weiterlesen

Kimmo Pohjonen, Samuli Kosminen, Kronos Quartet – Uniko

2. Juni 2011  
Gespeichert unter Angespielt

kronos-quartet-pohjonen-unikEin kammermusikalischer Ritt durchs Fegefeuer? Eine vertonte Sammlung von finnischen Wetterstimmungen zwischen süsser, lauer Brise und donnerndem Sturm? Und warum hält sich so eine CD in den vordersten Rängen der Worldmusic-Charts?

Finnland ist ein Akkordeon-Land, gesegnet mit Akkordeonisten, die das Klangspektrum ihres Instruments bis an die Grenzen, und dann drüber hinaus treiben. Dafür steht in dieser Aufnahme Kimmo Pohjonen. Es ist auch ein Land der Electronica- und Klang-Tüftler, hier vertreten durch Samuli Kosminen. Dazu kommt das wohl biegsamste und interpretatorisch vitalste Streichquartett unserer Zeit, das Kronos Quartet aus den USA. Die wagen jedes gehaltvolle Experiment, erst recht wenn es abenteuerlich und einmalig ist.

Pohjonen komponierte mit Uniko eine Suite in 7 Teilen. In iTunes oder bei Amazon ist die Scheibe auch zu recht unter «Klassik» katalogisiert. Die Kompositionen übernehmen gerne Strukturen der Minimal Music, die Kronos-Streicher wechseln zwischen layer-mässigen Arrangements und schwebenden bis treibenden Melodie-Fetzen und -Themen. Die Loops und Sounds von Kosminen bleiben gerne im Hintergrund, sind aber gleichzeitig der Kitt, der alles zusammenhält. Furioses und Ahnendes wechselt sich ab, Stimmungen entstehen und zerfallen gleich wieder. Dynamik ist hier eine Konstante.

Bleibt noch die Frage nach den Worldmusic-Charts? Weil diese Musik dort auf offene Ohren trifft? Weil in den Melodien jene skandinavische Verwandtschaft herauszuhören ist, die man von Mari Boine über Jan Garbarek und Wimme bis Maria Kalaniemi kennt? Ich kann es nicht beantworten. Gleichwohl kann ich mir nicht vorstellen, dass diese Suite wirklich soviel Platz in den Sendungen und Playlisten der WMDE-RedaktorInnen einnimmt, dass dieser Platz (Mai und Juni  2011 Platz 2!) rechnerisch erreicht würde. Ich glaube da schwingt viel mehr der Wunsch mit, dass man diese Musik mehr hören, sich dazu Zeit nehmen sollte.

Eine aussergewöhnliche CD. Keine zum einfach mal hinhören. Dieser Suite in sieben Akten  muss man sich aussetzen, dann nimmt sie einen mit auf eine wilde Reise.

Rating: ★★★★★ 

Mehr über das Kronos Quartet