Big Blue Ball – Big Blue Ball
9. Januar 2009
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Was lange währt, wird in diesem Fall etwas gar überladen – die Maschinen haben gesiegt und entstanden ist ein überproduziertes Popalbum in Ethnofarben.
Vor 17 Jahren begann dieses musikalische Langzeitprojekt. Das Konzept ist bestrickend: Musiker aus aller Welt treffen sich in den Studios von Peter Gabriels Realworld, sammeln Ideen, nehmen Songs und Songfetzen auf. Über die Jahre hinweg wird am Material weiter gearbeitet. Glücklich wer hier den Überblick über die Songfäden und Instrumentalspuren behält. Funktionieren tut die Zusammenarbeit, wenn die Arbeit innerhalb eines Kulturkreises bleibt: Die Herren Peter Gabriel, Joseph Arthur und Karl Wallinger machen wunderbare Popmusik: «Exit through you», hat aber nicht mehr viel mit Worldmusic zu tun.
Massilia Sound System – Òai e Libertat
7. Januar 2009
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Die Kulturaktivisten aus Marseille haben wieder zur Urformation zusammengefunden und ein superbes Album produziert.
Was für Paris Mano Negra waren, das ist für Marseille das Massilia Sound System. Musikalisch allerdings mehr im Raggamuffin zuhause als die rockenden MN um Manu Chao. Sie setzten auf kleine Geschichten aus dem Alltag und auf die okzitanische Sprache und Kultur. Da treffen auch mal mittelalterliche Harmoniefetzen auf harte Elektronik. Neben der Musik war das Sound System stets eine Gruppe von Kulturaktivisten und Fussballfans.
Rupa & The April Fishes – eXtraOrdinary rendition
6. Januar 2009
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Eine Sängerin mit indischen Wurzeln lebt und arbeitet als Ärztin in San Franzisko und singt auf französisch oder spanisch – die Songwriterszene der amerikanischen Westküste hat einen neuen Star.
Worldmusic-Arrangements gehören immer öfter zu den Handwerktricks von Singer/Songwritern. Afrobeat ist für Rockbands diesseits und jenseits des Ozeans eine Inspirations-Quelle. Musiker wie Beirut bauen ihre Karriere auf Höreindrücken und Soundschnipseln auf, die sie während ihren ausgedehnten Reisen sammelten. Bei Rupa Mayra ist die Vermischung von Stilen organisch gewachsen: Als Kind indischer Eltern kam sie an der Westküste zur Welt, wuchs aber später über viele Jahre in Südfrankreich auf. Irgendwie logisch, dass sie mehr vom französischen Chanson und Gypsy-Jazz beeinflusst wurde als vom amerikanischen Mainstream.
Niyaz – Nine Heavens
5. Januar 2009
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Sufigedichte, Melodien eingefangen zwischen dem Iran und Indien, Technologie aus den Studios von Los Angeles – das ist Niyaz.
Die zweite Produktion des Trios Azam Ali, Loga Ramin Torkian und Carmen Rizzo kommt sicher und ausgereift daher. Mit ihrem Erstling waren sie seit 2005 immer wieder live unterwegs,. Nicht nur in den Staaten sondern auch auf den Bühnen Europas haben sie Fuss gefasst, ihr Soundkonzept verfeinert und ausgebaut. Das Credo des Trios hiess früher Folk Music for the 21st century – sie haben nun das Folk durch World ersetzt. Passt auch besser. Noch besser wäre World-Lounge.
Rabih Abou-Khalil – Em Portugês
4. Januar 2009
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Es ist eine jazzige Reise in eine portugiesische Musiktradition, die es so nie gab – und trotzdem sehr vertraut tönt.
Das neuste Projekt des libanesischen Oud-Virtuosen begannt mit einer Einladung: Ricardo Pais, der Direktor des National Theatre in Porto konnte Abou-Khalil für die Vertonung von moderner, portugiesischer Lyrik überzeugen. Für Abou-Khalil war es der erste Kontakt mit der portugiesischen Kultur – und Sprache. Das Ergebnis ist verblüffend, und einmal mehr ein einzigartiger Beleg dafür, dass Abou-Khalil ein Meister-Grenzgänger ist.
Orchestra Baobab – Made in Dakar
3. Januar 2009
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«Made in Dakar» ist eine der besten, mit Sicherheit aber die eleganteste Produktion aus Afrika mit Jahrgang 2007.
Das Orchestra Baobab aus Senegal mit dem Buena Vista Social Club aus Havanna zu vergleichen ist nur teilweise richtig. Die Gemeinsamkeiten: Die Musiker gehören zum Rückgrat der jeweiligen Musikkultur, beide Gruppen interpretieren u.a. afro-kubanische Rhythmen, und beiden verhalf Nick Gold und sein World Circuit Label zu einer zweiten Karriere. Damit hat es sich aber. Was das Orchestra so aussergewöhnlich macht ist die hohe Artistik der Musiker, die aus unterschiedlichen Musiktraditionen stammen, das Verschmelzen dieser Stilrichtungen zu einem Gesamtsound. Und dies dank einem einzigartigen, geschmeidigen Zusammenspiel.
Desert Blues 3 – Entre Dunes et Savanes
2. Januar 2009
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Die Wüste, insbesondere die Sahara, ist etwas ungemein Erhabenes und gleichzeitig Grosszügiges – das zeigt sich auch in der Musik.
Sie kommen aus Algerien, Mali, dem Senegal, der Westsahara oder Äthiopien und besingen die Freuden und Härten des Lebens unter der heissen Sonne und der Gastfreundschaft ihrer Häuser und Zelte. Liest man die Liste der Künstler dieser musikalischen Wüstenquerung, ertappt man sich vielleicht bei dem Gedanken: Entweder ist die Wüste näher gekommen, oder kleiner geworden. Auf jeden Fall sind viele der MusikerInnen «alte Vertraute».
Melingo – Maldito Tango
1. Januar 2009
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Daniel Melingo ist nicht nur ein begnadeter Selbstdarsteller – er ist auch ein Meister der Interpretation. Das ist insofern überraschend, wenn man weiss, dass der Tango “nur” die zweite grosse musikalische Liebe des Argentiniers ist.
Melingo ist Tango und umgekehrt – das war nicht immer so. Er vertraute früher auf die reinigende Kraft der Rockmusik, doch hat er mittlerweile herausgefunden, dass seine Emotionen und seine Theatralik besser in seiner heimatlichen Musikform, dem Tango, aufgehoben ist. Auf der einen Seite studiert er heute klassischen Tango, auf der anderen Seite will er die Spontaneität in die Interpretation zurückbringen. Trocken meint er in einem Interview mit dem Magazin «Jazzthetik»: «Einige nennen es neo-traditionalistisch… Aber es sind die Wurzeln, aus denen neues Leben entspringt.»
Driss El Maloumi, Ballaké Sissoko, Rajery – 3MA
30. Dezember 2008
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Drei Saitenkünstler treffen sich für ein Projekt, das die Stile aus Nord-, West und Südafrika verschmelzen lässt – es entstehen Melodien wie ein lauer Sommerwind.
Für den Norden steht der Oud-Musiker Driss El Maloumi, für den Westen – oder die Mitte des Kontinents – der Korameister Ballaké Sissoko. Und aus dem Süden, Madagaskar, kommt Rajery mit seiner Valiha. Die drei trafen sich 2006 beim Festival Timitar in Agadir zum ersten Mal – und beschlossen, das zufällige Aufeinandertreffen zu vertiefen und festzuhalten. Marokko, Mali und Madagaskar ergibt abgekürzt 3MA.
Buika – Niña de fuego
29. Dezember 2008
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Samtenes Schmirgelpapier in der Stimme, doppelsinnige Texte und eine Echtheit im Ausdruck, der man sich nicht entziehen kann: Buika ist ein sinnliches Erlebnis.
Die angesagte Stimme Spaniens entspricht nicht einmal visuell den spanischen Klischeebildern. Buika, die Tochter von Zuwanderern aus Äquatorialguinea, wuchs auf Mallorca auf. Ihre musikalischen Lehrmeister waren die Gitanos. Die ersten eigenen musikalischen Erfahrungen holte sie sich aber in den Studios von Electronica-Produzenten (z.B. mit dem Trüby Trio) oder auf Bühnen in Las Vegas, wo sie Tina Turner interpretierte.


