Hindi Zahra – Handmade

2. März 2010  
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Sie hat das Nomadentum in den Genen, sowohl was ihr Leben betrifft, als auch ihr musikalisches Erbgut. Kein Wunder fällt diese Produktion zwischen sämtliche Musik-Kategorien – globalsounds eben.

Hindi Zahra wuchs in der Kleinstadt Khouribgha im Zentrum Marokkos als Kind von französisch-marokkanischen Eltern auf; d.h. das war die Heim-Adresse, denn die Familie war viel auf Reisen. Mit 18 fand sie einen Job in Paris, im Louvre. Heute pendelt  sie zwischen verschiedenen Heimaten und Künsten hin und her – eine Nomadin eben. Ihre Idole kommen aus ganz unterschiedlichen Kulturen: Ella Fitzgerald steht für den Jazz, Yma Sumac für eine magische Stimme und die Exotik Südamerikas, und Oum Kalsoum als die arabische Stimme schlichthin. In einem Interview erklärte sie Stefan Franzen (JazzThing), warum vor allem diese drei sie beeinflussten: Weiterlesen

Martha Wainwright – Piaf Record

4. Februar 2010  
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Eine neue Interpretation muss sich immer mit dem Original messen – Martha Wainwright braucht den musikalischen Vergleich mit der Originalinterpretin, Edith Piaf, nicht zu fürchten.

Neben Essen und Kleidung gehörte wohl die Musik zur Grundausstattung des Wainwrightschen Haushalts: Vater Loudon Wainwright III machte sich einen Namen als Singer-Songwriter und Schauspieler, Mutter Kate stammt aus der Folk-Musikerdynastie der McGarrigle. Nicht erstaunlich deshalb, dass sowohl Martha wie auch Bruder Rufus Musiker wurden. Die Songs der Piaf gehörten für Martha zu den frühesten musikalischen Erinnerungen. Auf der eigenen Homepage erzählt sie von der Nähe zu Piaf:

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Moussu T e Lei Jovents – Forever Polida

17. September 2009  
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moussu-t-forever-polidaChansons tönen in jeder Region Frankreichs anders – in denen aus Marseille singt man ab und zu nicht mal französisch. Aber Paris ist ja schliesslich auch nicht die Welt.

Tatou, alias Moussu T, hat als Mitgründer des «Massilia Sound Systems» viel dazu beigetragen, dass die okzitanische Sprache ein Revival erlebt. Die Sprache ist zwischen dem Piemont und Katalonien beheimatet, und war im 12 Jhd. die bevorzugte Sprache der Troubadoure in ganz Europa. Jetzt wird sie  für die Neuzeit wieder fit gemacht. Marseille war seit Jahrhunderten ein Schmelztiegel der Kulturen, und der Träume. In Paris wurde das Land regiert, aber in Marseille tat sich das Tor zur Welt auf.

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Souad Massi – Deb

5. August 2009  
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souad-massi---debMit der zweiten Produktion machte die algerische Sängerin klar, wohin die Reise gehen würde: Folk-Chansons mit magrebinischen Melodien, das wurde ihr Markenzeichen.

Souad Massi ist eine Folksängerin im amerikanischen Sinn, aber in arabischer, eigentlich mediterraner Form. Als Folk-Sängerin mit Gitarre holte sie als Teenager erste Bühnenerfahrung. Die erste Band, eine Flamenco-Gruppe, war ein Misserfolg. Darauf zog sie mit der Hardrockband ihres Bruders durch’s Land. Als sie 1999 an’s Festival Femmes d’Algerie nach Paris eingeladen wurde, stellten sich ihre Lebens-Weichen. Mit dem Erstling «Raoui» (der Geschichtenerzähler – 2001) drückte sie aus, warum sie Musik machen wollte. Mit «Deb» (2003) machte sie deutlich, wo ihr musikalische Heimat ist – die ist gross.

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Jaune Toujours – Ko Lektiv

30. Juli 2009  
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jaune-toujours-kolectivDie rockenden Chansonniers aus Belgien vermeiden einmal mehr die Schubladisierung. Ihr Credo: «Anything is acceptable, as long as it grooves.»

Über 10 Jahre und 6 CDs lang ist die Karriere der Brüsseler Combo bereits. Den Sänger und Komponisten Piet Maris als Manu Chaos Cousin aus  Brüssel zu bezeichnen wohl etwas überrissen, zielt aber in die richtige Richtung. Irgendwo zwischen Les Négresses Vertes, The Clash und Osteuropa ist der rockende Chansonmix platziert. Umspielt wird das Ganze von einem jazzig ausufernden Gebläse – wobei es sich nicht um einen ausgewogenen Satz handelt, sondern um eine Übermacht an Trompeten.

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17 Hippies – El Dorado

15. März 2009  
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17-hippies-el-doradoDie Hippies, die keine sind (ausser einem), und nicht 17, sondern bei diesem Album 13, vergrössern ihren musikalischen Garten, der schon immer eine abenteuerlich wuchernde Sonderzone war.

Schmelztiegel ist eigentlich der falsche Ausdruck. Denn da würden ja die Einzelteile zusammen geschmolzen. Die Kunst des Berliner Orchesters geht da etwas feiner vor: Nicht verschmelzen, aber ineinander schmelzen, so das jeder Teil noch als solches erkennbar ist. Oder wie es die Hippies selber definieren: Grossstadtmelancholie mit Tanzmusik vermischen. Und dabei ist es egal, woher der Rhythmus kommt, die melodische Anleihe. So tönt ein  türkisch-cajunmässiger Song in hessisch gesungen beinahe wie eine Klezmer-Tanzmelodie. Und die Country-Hoppsassa-Nummer «Six green bottles» erhält untypische, osteuropäische Harmonie-Zuschüsse.

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Rupa & The April Fishes – eXtraOrdinary rendition

6. Januar 2009  
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rupa-and-april-fishes-extraordinary-renditionEine Sängerin mit indischen Wurzeln lebt und arbeitet als Ärztin in San Franzisko und singt auf französisch oder spanisch – die Songwriterszene der amerikanischen Westküste hat einen neuen Star.

Worldmusic-Arrangements gehören immer öfter zu den Handwerktricks von Singer/Songwritern. Afrobeat ist für Rockbands diesseits und jenseits des Ozeans eine Inspirations-Quelle. Musiker wie Beirut bauen ihre Karriere auf Höreindrücken und Soundschnipseln auf, die sie während ihren ausgedehnten Reisen sammelten. Bei Rupa Mayra ist die Vermischung von Stilen organisch gewachsen: Als Kind indischer Eltern kam sie an der Westküste zur Welt, wuchs aber später über viele Jahre in Südfrankreich auf. Irgendwie logisch, dass sie mehr vom französischen Chanson und Gypsy-Jazz beeinflusst wurde als vom amerikanischen Mainstream.

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