Menwar – Ay Ay Lolo
26. Januar 2010
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Mauritius ist ein Paradies für die Habenden und die Besucher. Die Geschichte und der Alltag der Inselbewohner ist aber alles andere als paradiesisch – Menwar ist ihr Chronist und Gewissen.
Die Geschichte von Mauritius ist ein Spiegel der Kolonialzeit: Portugiesen, Holländer, Franzosen, Engländer haben hier regiert. Und Sklaven gehalten. Menwar stammt aus einer dieser ehemaligen Sklavenfamilien. Obwohl selber nicht politisch aktiv, ist er ein scharfer Beobachter und Kommentator der Lebensumstände und Diskriminierung der kreolischen Bevölkerung im Ferienparadies. Er gilt als einer der treibenden Entwickler von Sega, diesem Musik- und Tanzstil, welcher afrikanische und madegassische Elemente verschmolz. Ende des letzten Jahrhunderts war dies der Soundtrack der Parties nicht nur am indischen Ozean, sondern in der gesamten Francophonie.
Think Of One – Tráfico
9. Dezember 2009
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Think Of One ist eine belgische Groove-Maschine, die in unserer globalisierten Welt bestens Sinn macht, denn die Band wirft sich kopfüber und lachend in sämtliche Stile – auf diesem Album wird mit Brasilien gespielt.
Ohne Netzwerk, ohne Zusammenarbeit geht gar nichts. Der Kern von Think Of One besteht aus Bass, Schlagzeug, Sax, Tuba, Trompete. Beheimatet ist die Truppe in der Hafenstadt Antwerpen. Und wo Schiffe im Vorgarten stehen, ist das Reisefieber eine genetische Angelegenheit. Think Of One sind mit Rock, Pop und Jazz aufgewachsen. Und das in einem Viel-Kulturen-Staat wie Belgien, wo man zusätzlich noch auf diversen Sprach-Schnittstellen sitzt – da reagiert man auf Neues entweder abwehrend oder umarmend.
Ali Farka Touré – Savane
20. November 2009
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Das Abschiedswerk des grossen Sängers und Gitarristen aus Niafunke hält Geschichten und Einsichten fest, die es verdienen, über die Zeit gerettet zu werden.
Ali Farka Touré war unbestritten Malis Meistergitarrist des letzten Jahrhunderts. Und er blieb zeitlebens ein Bauer, ein Mann der Erde. Als einer, der mit den Jahreszeiten lebte, wusste er Bescheid über die Dinge die vergehen, und jene die bleiben. So lebt dieses Werk mehrheitlich von traditionellen Liedern der unterschiedlichen Volksgruppen seiner Heimat. In seinen eigenen Songs räsoniert er über die Zeit und das Leben, oder über das neue Mali und seine Demokratie:
Massukos – Bumping
12. November 2009
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Gute Nachricht aus Mosambik – Massukos machen nicht nur gute Musik, sie singen auch noch von Dingen, welche das Leben in ihrer Heimat fördern.
Treibende Kraft hinter Massukos ist Sänger und Gitarrist Feliciano Dos Santos. Wenn er nicht Musik macht, ist er Direktor der NGO «Estamos», einer Organisation, die sich für die Themen Wasser, Hygiene und Aids in ganz Mosambik einsetzt. In vielen afrikanischen Ländern werden Musiker und Theater als Kommunikationsmittel eingesetzt, um die Bevölkerung für Themen zu sensibilisieren, über gesellschaftliche Probleme zu informieren. Auftritte an der EXPO 98 in Lissbon oder eine heimische Tour mit der englischen Gruppe «empty boat» brachten internationale Kontakte. So spielten sie auch am WOMAD Festival 2007.
Darko Rundek & Cargo Orkestar – Mhm A-ha Oh Yeah Da-Da
15. Oktober 2009
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Eine Theatertruppe beschränkte sich auf die musikalische Facette. So entstand ein Album mit eindrücklichen Toncollagen und einem Ohrwurm.
Darko Rudek startete seine mäandernde Karriere in der Musik. Seine Band «Haustor» hatte sich in der jugoslawischen Rock und New Wave-Szene einen guten Namen gemacht. Später war er auf Solopfaden unterwegs. Rudek wurde aber auch Theaterregisseur. Irgendwie logisch, dass zu Theater und Musik auch noch die Theatermusik dazu kam. Doch zuerst waren da die Balkan-Kriege, die Darko Rudek ins Exil zwangen. Er fand es in Paris. Dort fand er auch neue MitmusikerInnen, aus denen das Cargo Orchester entstand.
Gianmaria Testa – Da questa parte del mare
3. Oktober 2009
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Testa hält die Tradition des Cantautor aufrecht – fein gewobene Lyrik in ruhige, manchmal jazzige, manchmal fast gemurmelte Melodien verpackt.
Es gibt viele italienische Interpreten, die das Brummeln dem Singen vorziehen. Auch bei Gianmaria Testa hat man das Gefühl, dass er manchmal lieber rezitieren möchte, als singen. Dabei schreibt der Piemontese Lieder, seit er sich als Teenager die ersten Gitarrengriffe beigebracht hatte. Vielleicht hat es auch damit zu tun, dass er erst nach dem Umweg über die Rockmusik die leisen Töne entdeckte. Und sein Talent, auch die Zwischentöne in Text und Melodie zu finden.
Bole 2 Harlem – Vol.1
1. Oktober 2009
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Addis Abeba steht am einen, New York am andern Ende der musikalischen Reise. Und dazwischen hat es viel Platz für Grooves.
Kernteam des Projektes waren der Sänger und Texter Maki Siraj, der Multiinstrumentalist und Produzent David Schommer, und die Sängerin Tigist Shibabaw. Ich benutze die Vergangenheitsform «waren», weil Tigist – die übrigens die Zwillingsschwester von Gigi ist – im Januar 2008 starb. Die Idee des Albums war es, das musikalische Erbe Äthiopiens und die angesagten afro-amerikanischen Grooves zusammen zu bringen. Bole, der Name des Flughafens von Addis, und Harlem als musikalisches Kreativquartier New Yorks, stehen stellvertretend für die beiden Destinationen.
Maurice El Médioni meets Roberto Rodriguez – Descarga Oriental
23. September 2009
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Hier treffen zwei musikalische Kosmopoliten aufeinander: Ein Algerier mit andalusischem Herzen in französischem Exil, und ein Kubaner in amerikanischem Exil.
Maurice El Médioni hat sich, als Folge seiner äusseren Lebensumstände, einen einzigartigen Piano- und Kompositions-Stil zugelegt: Die ersten französischen Chansons brachte er sich als kleiner Junge selber bei. Als dann die Amerikaner in seiner Heimatstadt Oran ihre Basis aufschlugen, lernte er Jazz, Rumba und Boogie kennen. Später kamen die andalusischen Einflüsse hinzu und schliesslich spielte er seine Rolle bei der Geburt der Raï-Musik. Sein Partner und Produzent dieses Projekts, Roberto Rodriguez, wuchs im Exil in Miami auf, wählte später New York als Arbeitsort. Die Liste seiner Produktionen spiegelt sein Offenheit und Vielfalt: Ruben Blades, T-Bone Burnett, Randy Brecker, Paul Simon, John Zorn oder Marc Ribot figurieren darauf.
Moussu T e Lei Jovents – Forever Polida
17. September 2009
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Chansons tönen in jeder Region Frankreichs anders – in denen aus Marseille singt man ab und zu nicht mal französisch. Aber Paris ist ja schliesslich auch nicht die Welt.
Tatou, alias Moussu T, hat als Mitgründer des «Massilia Sound Systems» viel dazu beigetragen, dass die okzitanische Sprache ein Revival erlebt. Die Sprache ist zwischen dem Piemont und Katalonien beheimatet, und war im 12 Jhd. die bevorzugte Sprache der Troubadoure in ganz Europa. Jetzt wird sie für die Neuzeit wieder fit gemacht. Marseille war seit Jahrhunderten ein Schmelztiegel der Kulturen, und der Träume. In Paris wurde das Land regiert, aber in Marseille tat sich das Tor zur Welt auf.
Mari Boine – IdjagieÄ‘as
3. September 2009
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Mit jeder Produktion wächst die Sicherheit der norwegischen Sängerin. Die Songs sind fest geerdet, und einige kommen in die Nähe einer schamanischen Anrufung.
Am 3. September 2009 erhält Mari Boine offiziell den höchsten norwegischen Kulturpreis, den Anders Jahres Legat. Als sie 1990 ihr erstes Album «Gula Gula» auch auf Peter Gabriels Realworld-Label veröffentlichte, wurde die Welt ausserhalb Norwegens auf die Kunst des Joik und die Kultur der Samen aufmerksam. Boines Stimme, ihre Trommelbegleitung hatten etwas Archaisches und gleichzeitig Berührendes an sich. Die musikalische Entwicklung führte sie in über zehn Produktion weg vom Joik, hin zu einer sphärischen Umsetzung von Seelenzuständen und Naturbetrachtungen.

