Riccardo Tesi & Banditaliana – Madreperla

3. Februar 2012  
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Der Akkordeonist Tesi und seine kompakte Banditaliana bringen einen wundervollen Strauss von Songs. Viel Italianità auf der einen, instrumentale Abenteuerreisen ausserhalb der Heimat auf der anderen Seite.

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 Kafkaffè, Madreperla, Ali Virtuali

Die eigene Produktion von Riccardo Tesi segelte im Herbst lange im Aufmerksamkeitsschatten seiner Zusammenarbeit mit den anderen 4 «Samurai». Ende 2011 schaffte es das Album dann doch noch in die Playlisten und Programme der Weltmusik-RedaktorInnen. Und dort gehört es auch hin, denn was der Akkordeonist und seine Kollegen hier vorlegen ist tief in der Folk- und Songwriter-Welt verwurzelt, gleichzeitig aber so virtuos welt- und stiloffen, dass Genre-Schubladen gesprengt werden.

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Camille – Ilo Veyou

16. Januar 2012  
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Der totale Körpereinsatz ist der Zartheit gewichen, das Klangexperiment zugunsten von Melodien zwischen Chanson und Jazz in den Hintergrund gestellt. Camille erfindet sich neu.

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 L’étourderie, Mars Is No Fun, Ilo Veyou

Auf den Vorgänger-Alben «Music Hole» (2008), und noch mehr auf «Le Fil» (2005), setzte die eigenwillige Französin auf dicht gewobene a capella Soundcollagen und Bodypercussion. Stimme wurde lautmalerisch perkussiv eingesetzt ohne in Beatbox-Manier zu verfallen, Sprache ist Klangfarbe. Das aktuelle Album führt Camille wieder dorthin zurück, wo sie herkommt – in die Harmoniemalerei, in Melodien die gleichzeitig durchkomponiert und improvisiert tönen.

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Amira – Amulette

22. Dezember 2011  
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Mit der dritten Produktion setzt die Sängerin aus Sarajewo ihre Lieder in ein jazziges Umfeld. Sie hat in Bojan Zulfikarpašić einen sehr aufmerksamen Arrangeur gefunden.

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Zemi me zemi, Oj ti momče ohrigjanče, Marjio deli bela kumrijo

Sevdah, die melancholischen, sehsüchtigen Melodien aus dem Balkan sind das Liederbuch der Amira Medunjanin. Mit jeder Produktion verleiht sie den traditionellen Melodien aus Serbien, Bosnien, dem Kosovo oder der Republik Mazedonien ein neues musikalisches Kleid. Auf ihrem Erstling «Amira» begleiteten sie die Musiker der Mostar Sevdah Reunion. Der Zweitling «Zumra» führte sie auf klangexperimentelle Wege mit der Akkordeonistin Merima Ključo. Für die aktuelle Produktion wählte sie ein Jazztrio mit Gästen.

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Ibrahim Maalouf – Diagnostic

16. November 2011  
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Hier kriegt man den Begriff Weltmusik gleich in mindestens zwölf Facetten (weil zwölf Kompositionen) vorgelegt: Der Trompeter, Pianist und Komponist Maalouf schreddert die Musik-Kategorien zugunsten von Melodie und Sound.

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Will soon be a woman, Never serious, Beirut

Dreissig Jahre alt, hochdekoriert, und immer auf der Suche nach dem persönlichen Ton – das wäre in Kürze eine Beschreibung des Trompeters Maalouf. Als Flüchtling kam er vom Libanon nach Frankreich. Aber er war schon vorher ein Weltenbürger, denn bereits als Neunjähriger begleitete er als Duett-Partner seinen Vater, ebenfalls Trompeter, auf dessen Konzerttourneen. Wenn Maalouf nicht selber auf der Bühne steht, unterrichte er am Konservatorium, oder wird ins Studio eingeladen. Lhasa, Vanessa Paradis, Yom, Sting, Vincent Delerm, Smadj: die Liste der Musiker, für die Maalouf im Studio oder als Bandmitglied arbeitete, ist lang – und sprengt alle Genre-Grenzen.

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Bratsch – Urban Bratsch

11. November 2011  
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Wer schon 25 Jahre lang zusammen rund um die Welt unterwegs ist und immer noch etwas zu singen und zu spielen hat, hat definitiv Einiges richtig gemacht.

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Scétate, Malakoff, Pharizm

Es ist in den letzten Jahren etwas stiller um die Gypsy-Jazz-Weltenwanderer-Band geworden. Nicht weil ihnen die Ideen ausgegangen sind, Orpheus bewahre. Aber sie sind zur Zeit ebenfalls in einem Poesie-Musik-Projekt engagiert: «Orient mon Amour» mit irakischen Gedichten und Musikern von Armenien bis in den Magreb. Bratsch haben nun mit ihrem aktuellen Album nicht gerade ein Konzeptalbum eingespielt, aber die Songs um ein Grossthema gruppiert: Erlebnisse aus dem Leben in den Städten, oder Reiseerinnerungen aus Grossstädten.

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Hotel Palindrone – Jodulator

31. August 2011  
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Die Österreicher ticken einfach etwas anders als andere Europäer. Wenn es darum geht die Folk- und Volksmusik neu zu interpretieren sind sie manchmal geradezu grinsend hemmungslos.

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Jodulator 3000, Alpine Muineira & Matavenero, Mei Vota is a Weber

Die Vier, die sich als Hotel verkleiden und keines sind, legen mit «Jodulator»  ihre 4 CD vor. Aber das sagt ja kaum was. Ausser, dass sie schon einige Jährchen zusammen musizieren. Dann das etwas wuchernde  Instrumentarium: Klarinette, Dudelsäcke, Maultrommeln, Mandola, E-Bass, Saxophon, Geige, Drehleier, Nyckelharpa – und dazu wird gesungen und gejodelt. Nun ist den modernen Alpenmusikanten die Starre und Engheit der verwalteten Volksmusik schon seit langem Grund für Unerhörtes. Und dort beginnt das Abenteuer.

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Imperial Tiger Orchestra – Mercato

13. Juli 2011  
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Wenn sich ein junger Genfer Trompeter in die Skalen und Grooves der goldenen Jazz- und Soul-Zeit von Addis Abeba verliebt und mit dieser Liebe noch ein paar Kollegen ansteckt, kann es passieren, dass auch in der Schweiz Tiger geboren werden.

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Lale Lale, Anchi Bale Game, Demamaye

Hinter dem Projekt steht Raphaël Anker. Als Ende des letzten Jahrhunderts die Aufnahmen der wichtigsten Labels der Blütezeit der äthiopischen Soul- und Jazz-Aera in der Serie «Les Ethiopiques» auch in Europa erschienen, trafen sie beim jungen Genfer Trompeter auf offene Ohren. Seine Mitstreiter stammen aus ganz unterschiedlichen musikalischen Schulen, treffen sich aber auf den hypnotischen Beats und in jazziger Improvisation. Mulatu Astatke oder Gétatchèw Mèkurya standen wohl Pate beim Finden des Bandsounds.

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Yom & The Wonder Rabbies – With Love

18. Mai 2011  
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Da macht der selbsternannte Neue König des Klezmer, Yom, aber ganz ungewohnte Türen auf. Mal pumpt der Bass und donnert das Schlagzeug, mal blubbern die Synthesizer. Und doch findet die Klarinette immer wieder Momente, in denen sie träumen, schmeicheln und plaudern kann.

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Highway to Constantinople, Saving The World Is Easy, With Love

Die dritte Produktion des Klezmer-Klarinettisten ist eine Achterbahnfahrt, die gleich mal mit den lautesten Tönen des gesamten Albums losdonnert – «Picnic in Tchernobyl», das darf nicht leise sei. Und er gesteht mit diesem Album auch seine Liebe zu den Superhelden der Action- und Marvel-Generation, allen voran zu Superman. Wünscht sich, dass eine Melodie manchmal wie eine Superkraft wirken, alles wieder gerade biegen könnte.. Seine Melodien wirken aber viel öfter mit dem Charme eines Zorro – auch nicht schlecht!

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Paolo Fresu, A Filetta, Daniele di Bonaventura – Mistico Mediterraneo

2. Mai 2011  
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Die äusserst flexiblen Chorstimmen von A Filetta werden vom Trompeter und Klangbauer Fresu zu intensiver Ton-Malerei verführt. Eine Klangwelt, in der sich auch Bandeonist Bonaventura sehr wohl fühlt.

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Da tè à mè, Le Lac, Gloria

Sie kommen aus unterschiedlichen musikalischen Welten, sind aber alles ausgewiesene Teamplayer, und liessen dieses Projekt über die Jahre reifen. Liest man die jeweiligen Biografien, so tauchen bei allen sämtliche Genre-Beschreibungen auf, von Klassik bis Traditional, von Weltmusik über Tango bis Jazz. Paolo Fresu und Daniele di Bonaventura werden eher dem Jazz zugeordnet, und A Filetta haben den Begriff der korsischen Polyphonie schon längst in sämtliche Richtungen ausgeweitet.

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Kálmán Balogh – Délibáb Mirage

18. Januar 2011  
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Der Meister des grossen ungarischen Konzertzymbals führt seine Gipsy Cimbalom Band in unterschiedliche jazzige Gefilde, ohne aber die Herkunft seiner Melodien zu vergessen.

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Sobri, Elindultam, Dunáról

Balogh ist der unbestrittene Meister des Zymbals. Dass er in Ungarn aufwuchs mag vielleicht ein Grund sein, wieso sich in seiner Musik die Genregrenzen auflösen. Schliesslich haben sich klassische Komponisten wie Liszt, Brahms oder Bartok schon in verschiedenen Zeitepochen von den ungarischen Tänzen und Melodien inspirieren lassen. Umgekehrt führen auch heute Gypsy-Truppen klassische Kompositionen in ihrem Repertoire. So gesehen ist es nur logisch, dass Balogh seine Musik in jazzige Strukturen verlängert.

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