Lepistö & Lehti – Helsinki
9. September 2010
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Akkordeon und Stehbass – braucht es mehr? Nicht wenn es darum geht, Klanglandschaften mit nordischen Melodien in jazzig bis orchestralen Arrangements zu malen.
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Helsinki, Vainajalan Tango, Länsiranta
Markku Lepistö mit seinen Akkordeons und Pekka Lethi mit seinem Stehbass sind finnische Klangmeister. Sie trafen sich vor einigen Jahren in der Band Värttinä. Und wie das Leben so spielt: Weil man oft zusammen unterwegs war, entwickelte sich da etwas, was 2004 auch zum ersten Mal auf die Bühne gebracht wurde: Ein Duo mit grandiosem und intensivem instrumentellen Erzähltalent.
Müller & Makaroff – El Gaucho
3. September 2010
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Zwei Drittel der Kerntruppe des Gotan Project liefern einen stimmungsvollen, leider etwas kurzen Soundtrack zum Film «El Gaucho».
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Andrés Retamal / Rio Negro / Jesús MarÃa
Der Film von Andrés Jarach war meines Wissens noch nicht in den Sälen. Aber der Soundtrack ist schon in manchem iPod. Der Gaucho ist wohl so was wie das Urmodell des Argentiniers auf dem Land: fest im Sattel, rauh aber herzlich, und immer mit einer Melodie auf den Lippen. So stelle ich ihn mir jedenfalls vor. Edouard Makaroff, der Gitarrist des Kerntrios des Gotan Projects und Christoph H. Müller, der Soundtüftler des Trios, haben den Soundtrack geschrieben. Der Film selber ist ein Roadmovie über einen Rodeohelden, der zwei Welten kennt: Die Pferde in weiter Landschaft, und die endlosen Strassen zwischen den Rodeo-Standorten.
Moana & The Tribe – WHA
11. Mai 2010
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Sie werden kein Wort verstehen, aber sie werden die Ernsthaftigkeit spüren, mit der diese Songs geformt wurden. Moana Maniapoto verschmilzt Maori-Tradition mit moderner Song-Schreiberei.
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Whaura / Rangikane Ana / Matakuikui
Moana Maniapoto ist eine musikalische und filmende Botschafterin der Maori-Kultur. Kolonisation, Unterdrückung, Elend, Wiedererstarken der Kultur – das sind die Zyklen, welche viele indigene Völker durchmachen müssen, und oft nur mit grössten Verlusten überstehen. Auch die Ureinwohner von Neuseeland haben diesen Kreislauf erlebt. Mit der Anerkennung auf politischem Gebiet hat das kulturelle Leben seit den 60ziger Jahren wieder Boden unter den Füssen erhalten.
Curumin – Japanpopshow
22. April 2010
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Mashup the mashups, oder wie man schwimmend im Meer der unüberblickbaren Soundschnipsel doch immer wieder Land sichtet.
Curumin heisst im steuer-zahlenden Leben Luciano Nakata Albuquerque, und er wohnt in São Paulo. Namenstechnisch bereits eine globalisierte Person. Das ist keine Erklärung, aber immerhin ein Hinweis, wie es zu diesem Albumtitel, und überhaupt zu dieser Musik kam. Auf ihn gestossen bin ich, weil CéU in einem Interview erwähnte, dass er auf ihrer Playlist stehe. Da ist auch eine gewisse Verwandtschaft hörbar. Wenn auch Curumin mehr den Sounds und Grooves verpflichtet ist, als den Songs.
Kaloomé – De Otro Color
2. April 2010
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Wohnort der Truppe ist das französischen Perpignan, die Inspiration aber holen sie sich weiter südlich, von der iberischen Halbinsel, und aus dem nahen Magreb.
Treibende Kraft des Sextetts ist Antoine „Tato“ Garcia, der von sich selber sagt, dass der Rumba seine Lebensphilosophie sei. Die anderen fünf Mitglieder kommen aus dem Flamenco, der Klassik, oder via andere verschlungenen Wegen zur Musik. Aber alle haben irgendwie ein Gypsy-Gen vererbt erhalten. Beweis dafür war die Einladung, bei der «Queens and Kings»-Tour der Fanfare Ciocărlia mitzumachen.
Toumani Diabaté – Mandé Variations
13. Januar 2010
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Einer der wichtigsten Kora-Meister der Gegenwart hat mit diesem Album nicht nur neue Freunde gefunden, sondern auch Kritiker auf den Plan gerufen.
Toumani Diabaté, und vor ihm sein Vater Sidike, haben für die Kora neue Wege geöffnet. Der Vater erhob die Kora zum Soloinstrument, der Sohn nahm 1987 das erste Solo-Album für Kora auf. Gut zwanzig Jahre später folgte diese zweite Solo-Einspielung. Toumani sammelte in der Zwischenzeit viel Erfahrung in ganz unterschiedlichen Projekten. Er spielte mit und für Damon Albarn, Taj Mahal, Björk, experimentierte mit seinem eigenen Symmetric Orchestra, und sass immer wieder mit seinem wohl engsten musikalischen Freund, dem verstorbenen Gitarristen Ali Farka Touré, zusammen im Studio.
Márta Sebestyén – I can see the gates of heaven…
11. Januar 2010
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Márta Sebestyén ist die singende Musik-Enzyklopädie der ungarischen Volksmusik. Diese Aufnahmen sind gleichzeitig sorgfältig studierte Tradition und Improvisation.
Das Leben von Márta Sebestyén war von dem Moment an vorgezeichnet, als sie als 12jährige einen Gesangswettbewerb gewann. Der Preis wurde ihr übergeben von einem der bekanntesten Musikforschern Ungarns, Lázlo Vikár. Seit jenem Tag ist sie Forscherin und begnadete Interpretin fast vergessener Lieder in einer Person. In ihrem aktuellen Album greift sie tief in den Fundus ihrer eigenen Feldaufnahmen und anderer Sammlungen. Die Lieder stammen aber nicht aus einem Liederbuch, es sind quasi musikalische Collagen.
Toto la Momposina – La Bodega
6. Januar 2010
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Ein erstaunliches Album einer erstaunlichen Lady: Nach rund 10 Jahren erscheint endlich wieder ein Album jener Sängerin, welche half, Kolumbien auf die Welt-Musikkarte zu setzen.
Gesang und Tanz bestimmten das Leben der Sonia Bazanta Vides. Musik gehörte seit Generationen zum Leben der Familie, die ihre Existenz mehrheitlich als Handwerker verdiente. Als Ende des zweiten Weltkriegs die wirtschaftlichen Zeiten schlechter wurden, zog die Familie von Mompos flussaufwärts Richtung Bogota. Während des Bürgerkrieges pflegten sie erfolgreich die afrokolumbianische Musiktradition, trotz starker rassistischer Anfeindungen um sie herum. Als nach dem Bürgerkrieg das Fernsehen in Kolumbien einführt wurde, waren sie und ihre Familie gerne gesehene TV-Unterhalter.
La Cherga – Fake No More
10. November 2009
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Wenn die Nabelschnur in die ehemalige Heimat digitalisiert wird, Gegenwart sich in die Erinnerung einmischt, entstehen Sound-Landschaften wie diese.
Die Bandmitglieder von La Cherga wurden alle auf die eine oder andere Art von den Balkankriegen in die Flucht getrieben. Mal war es der frühere, grassierende Nationalismus, mal war es die spätere Aggression. Sie kamen irgendwie nach Österreich, wählten Graz als Basis, und bauten dort eine Dub-Variante ihrer eigenen musikalischen Sozialisation. Als Kroaten, Bosnier und Mazedonier brauten sie mit Zutaten aus der Electronica-Clubkultur und jamaikanischer Sehnsucht so was wie eine Erinnerungsschleife in Dub.
Watcha Clan – Diaspora Hi-Fi
27. Oktober 2009
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Die Nomaden mit Basislager in Marseille bereisen die Küsten und Kulturen rund um’s Mittelmeer, und verflechten die Fundstücke zuhause in ihren Maschinen zu globalen Soundlandschaften.
Seit mehr als einem Jahrzehnt fischen Sängerin Sista K und ihre Truppe Songideen aus dem Mittelmeer. Alle Mitglieder der Truppe haben eine Biografie, die in den Kulturen, den Religionen, den Wohnorten im Magreb und in Südeuropa mäandert. Die vielfältigen Einflüsse übersetzen sie in Songs, die zwischen theatralischem Arrangement und sequenzer-getriebenen Rhythmen zuhause sind.





